{"id":404,"date":"2015-02-06T23:44:37","date_gmt":"2015-02-06T22:44:37","guid":{"rendered":"http:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=404"},"modified":"2015-02-06T23:44:37","modified_gmt":"2015-02-06T22:44:37","slug":"making-the-impossible-possible","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=404","title":{"rendered":"Making the impossible possible&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><em>Es ist nicht mal ein Jahr her, da h\u00e4tte ich jedem, der mir vorgeschlagen h\u00e4tte, 20 Kilometer am St\u00fcck zu laufen, den Vogel gezeigt. &#8222;Ich kann mit Wasser besser als mit Asphalt&#8220; war meine\u00a0Standard-<del>Aussage\u00a0<\/del>Ausrede (als gelernter Schwimmer), vermutlich haupts\u00e4chlich mir selbst gegen\u00fcber. Nun, nach einem dreiviertel Jahr haben sich v\u00f6llig neue Perspektiven er\u00f6ffnet. Meine erste wirklich geplante Triathlon-Saison steht vor der T\u00fcr und als kleines Intro zu dem Kommenden m\u00f6chte ich einfach einige meiner gemachten Erfahrungen hier der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich machen um evtl. dem ein oder anderen aufzuzeigen, was alles m\u00f6glich ist, wenn man sich nur mal traut, auch etwas zu riskieren.<\/em><\/p>\n<p>Fast 20 Kilometer am St\u00fcck ohne aus der Puste zu kommen geh\u00f6rt f\u00fcr mich inzwischen in mein w\u00f6chentliches Trainingsprogramm. Eigentlich wolle ich letztes Jahr nur meinen b\u00fcrogest\u00e4hlten K\u00f6rper, der im Laufe der Jahre als Schreibtischt\u00e4ter doch einiges seiner einst jugendlichen Eleganz eingeb\u00fc\u00dft hat, nur wieder ein wenig auf Vordermann bringen. Wenn man als Drehstuhl-T\u00e4ter arbeitet und nichts f\u00fcr das k\u00f6rperliche Wohlbefinden tut, dann kommt unweigerlich der Punkt, wo der Kredit, den man sich in seinen jungen Jahren als Schwimmer aufgebaut hat, aufgebraucht ist und man die gesamte Summe samt Zinsen zur\u00fcckzahlen muss. Es ist erstaunlich, an welchen Ecken und Enden die menschliche Anatomie zu rattern und knarren anfangen kann.<\/p>\n<p>Folglich war die Entscheidung, mal so ein paar Kilometer zu laufen, um vielleicht einige Kilos wegzubrennen und die interne Maschine mal wieder durchzul\u00fcften, nur folgerichtig. Nach einem ersten Versuch vor zwei Jahren, welcher grandios an zu hoch gesteckten Zielen, falschen Schuhen und einem dezent zu hohen K\u00f6rpergewicht, welches beim Laufen auf die Knie und die F\u00fc\u00dfe schlug, scheiterte, begann Mitte letzten Jahres der zweite Versuch. Anfangs nur mit Zielen wie den <strong>JP Morgan Chase Lauf<\/strong> und die 5 Kilometer Staffel beim <strong>Ironman Nightrun<\/strong> halbwegs mit Anstand durch zu laufen, nahm das ganze Unternehmen eine fatale Wendung mit der Aufforderung seitens meiner Schwester und meines Schwagers, mich f\u00fcr einen Volkstriathlon zu melden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/b969559c233c727a105380deec5c1f28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-407 aligncenter\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/b969559c233c727a105380deec5c1f28-300x300.jpg\" alt=\"b969559c233c727a105380deec5c1f28\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/b969559c233c727a105380deec5c1f28-300x300.jpg 300w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/b969559c233c727a105380deec5c1f28-150x150.jpg 150w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/b969559c233c727a105380deec5c1f28.jpg 610w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Noch bevor ich mich versah, tauchte mein Name auf der Meldeliste f\u00fcr den <strong>Rodgau-Triathlon<\/strong> auf, welches gleichzeitig mein zerebrales Motivationszentrum auf den Plan rief. Vielleicht sollte ich erstmal austesten, ob ich \u00fcberhaupt (noch) in der Lage war, 400 Meter zu schwimmen, irgendwie 14 Kilometer am St\u00fcck Rad zu fahren und dann noch 4-5 Kilometer durch den Wald zu rennen.<\/p>\n<p>Also hie\u00df es ab aufs Rad, und im Schwimmbad mal wieder (nach vielen Jahren) 16 Bahnen ab St\u00fcck schwimmen. Nach einem ersten Rad-Versuch, der mir sowohl\u00a0zeigte, dass man einerseits auch bei einem kurzen Halt an der Ampel mit einem Wadenkrampf einfach vom Rad fallen (sicher zur Erheiterung der anwesenden Autofahrer) aber durchaus eine solche Distanz am St\u00fcck bew\u00e4ltigen kann und vor allem, das Radfahren einfach nur Laune macht, war die erste Entscheidung gefallen: Das ganze musste ausgebaut werden. Zudem verfing sich meine Badezimmer-Waage in einem konstanten Abw\u00e4rtsstrudel und aus den anf\u00e4nglich angepeilten 5 kg Gewichtsreduktion wurden bis heute mehr als 20.<\/p>\n<p>Konsequenter Weise wurde die Konzentration aus Sportequipment in unserem Kleiderschrank kontinuierlich erh\u00f6ht und noch bevor sich meine Holde versah, versperrte ihr ein schniekes Rennrad den freien Zugang zu unserem Keller. Pl\u00f6tzlich gab es wieder mehr als nur eine (Spa\u00df-)Badehose in meiner Schwimmtasche und die Garderobe wurde um ein paar Laufschuhe erweitert.<\/p>\n<p>Aus ein paar Kilometer Geschleiche durch den Wald wurden \u00fcber kurze Zeit sechs, siebe oder acht Kilometer-Runden mit sich stetig verbesserndem Kilometerschnitt.<\/p>\n<p>Aber das wirklich Beeindruckende in dieser Phase war, zu erfahren, wie sehr man seinen K\u00f6rper doch durch gezieltes Training weiter bringen kann und das es m\u00f6glich ist, jenseits seiner bisher f\u00fcr unverr\u00fcckbar geglaubten Grenzen zu agieren.<br \/>\nUm Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: Rein sportlich waren das alles unterdurchschnittliche Leistungen, aber psychisch war es der Grundstein von dem, was mich bis heute motiviert &#8211; die Erkenntnis, dass es m\u00f6glich ist, seine f\u00fcr fundamental gehaltenen k\u00f6rperlichen und mentalen Limits zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/10585487_940714665954209_852972999_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-409\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/10585487_940714665954209_852972999_n-225x300.jpg\" alt=\"10585487_940714665954209_852972999_n\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/10585487_940714665954209_852972999_n-225x300.jpg 225w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/10585487_940714665954209_852972999_n.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vermutlich werde ich in meinem Leben nicht in der Lage sein, irgendwann einen Marathon unter drei Stunden oder einen Ironman unter 10 Stunden zu finishen. Das ist aber auch gar nicht das Entscheidende&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich habe auch nicht daran geglaubt, dass es m\u00f6glich ist, in weniger als einem Jahr 20 kg abzunehmen oder dass ich jemals einen Halbmarathon laufen k\u00f6nnte. Das eine Ziel ist bereits erreicht (inklusive aller f\u00fcr mein Alter sch\u00e4dlicher Nebenwirkungen wie &#8222;Schatz, sind das die letzten Fettr\u00f6llchen oder ist da Haut zu viel&#8230;.&#8220; &#8211; Grummel&#8230;Ich bin nicht mehr Mitte 20, da brauchen die epidermischen Strukturen schon etwas l\u00e4nger um nach rapidem Gewichtsverlust Spannkraft zu entwickeln) und der Halbmarathon ist eigentlich nur Formsache.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schon erwische ich mich dabei, \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Ziele nachzudenken: Wann kommt im Triathlon die erste Halbdistanz, werde ich es doch noch schaffen, einen Langdistanz zu laufen und melde ich doch noch dieses Jahr f\u00fcr den Frankfurt-Marathon (Danke Tony), etc. pp.?<br \/>\nAlles Dinge, die ich f\u00fcr mich immer kategorisch ausgeschlossen habe &#8211; genau bis zu dem Tag, als ich zu der Erkenntnis gelangte, dass die einzige Barriere, die es zu \u00fcberwinden gilt, in unseren K\u00f6pfen existiert. Wir trauen uns selbst zu wenig zu und finden bereits vorher die Gr\u00fcnde, warum wir scheitern\u00a0(k\u00f6nnten).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0Ich habe mir jahrelang selbst eingeredet, nicht laufen zu k\u00f6nnen: Im Kern ist das vermutlich sogar richtig, ich werde niemals ein Top-Langstreckenl\u00e4ufer, welcher den Marathon unter drei Stunden bew\u00e4ltigt. Aber auf der anderen Seite steht, dass ich vermutlich die 10 Kilometer schneller laufen kann, als 85 &#8211; 90 Prozent aller meiner Mitb\u00fcrger (von dem Fakt, dass die Meisten bereits bei dem Gedanken an eine Strecke von mehr als 5 km schon streiken w\u00fcrden, mal abgesehen).<br \/>\nDer einzige Grund hierf\u00fcr ist: Ich habe riskiert es zu probieren und mehr gelernt als nur \u00fcber die eigenen (bisher vermuteten) Grenzen hinaus zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0Was also ist die Quintessenz des Ganzen: Es geht nicht um Sport allein, es geht darum, seine eigenen Limits stetig zu pushen. Ich \u00a0bin mir ziemlich sicher, die positiven \u00dcberraschungen werden die negativen Erfahrungen, welche man dabei machen wird, bei weitem \u00fcbertreffen. Wenn man dabei den Satz &#8222;Wenn Du etwas machst, dann mit W\u00fcrde&#8220; nicht au\u00dfer Acht l\u00e4sst, kann man dabei nicht verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich jedenfalls freue mich auf das, was dieses Jahr auf mich zukommt und was danach noch folgen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht mal ein Jahr her, da h\u00e4tte ich jedem, der mir vorgeschlagen h\u00e4tte, 20 Kilometer am St\u00fcck zu laufen, den Vogel gezeigt. &#8222;Ich kann mit Wasser besser als mit Asphalt&#8220; war meine\u00a0Standard-Aussage\u00a0Ausrede (als gelernter Schwimmer), vermutlich haupts\u00e4chlich mir selbst gegen\u00fcber. Nun, nach einem dreiviertel Jahr haben sich v\u00f6llig neue Perspektiven er\u00f6ffnet. 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