{"id":597,"date":"2015-11-06T21:56:33","date_gmt":"2015-11-06T20:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=597"},"modified":"2015-11-06T21:56:33","modified_gmt":"2015-11-06T20:56:33","slug":"tipps-for-freaks-meine-damen-und-herren-wir-haben-doch-keine-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=597","title":{"rendered":"Tipps For Freaks: Meine Damen und Herren, wir haben doch keine Zeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Wie schaffst Du das eigentlich zeitlich?&#8220; &#8211; \u00a0eine Frage, die mir in letzter Zeit zum Thema Training und wann ich trainiere des \u00d6fteren gestellt wurde &#8211; und ein prima Anlass, eine neue Serie hier auf diesem Blog zu starten: die <em>Tipps For Freaks<\/em><\/strong><em>.<\/em><\/p>\n<p>Vorne weg sollte ich aber darauf hinweisen, dass ich dank der M\u00f6glichkeit des Homeoffices und der flexiblen Arbeitszeit zu den zeitlich privilegierten Menschen geh\u00f6re und somit mich mit einigen Problemen, die ein 8:00-17:00 Job (oder jede andere Variante der starren Arbeitszeit) mit sich bringt, nicht herumschlagen muss. Die hier vorgestellten Tipps haben dennoch Allgemeing\u00fcltigkeit und finden auch in meiner Planung Ihre Anwendung.<\/p>\n<p>Zuallererst muss man sich allerdings dar\u00fcber klar werden, f\u00fcr welches Ziel man eigentlich trainieren will und auch sich selbst gegen\u00fcber bez\u00fcglich des Umfangs gnadenlos ehrlich sein. F\u00fcr einen 5 km Lauf oder um einen Jedermann Triathlon zu finishen reichen sicher 2-3 Stunden Training die Woche, will man dies auch noch in einer guten Zeit erreichen k\u00f6nnen es gerne auch schon einmal 5 Stunden werden. Wenn es Richtung Halbmarathon oder Olympische Distanz geht werden auch schon mal 8-10 Stunden draus und das Projekt Halbdistanz oder Ironman erfordert mit Sicherheit eine Anzahl zweistelliger Trainingsstunden pro Woche, wenn man sich eine halbwegs vern\u00fcnftige Zielzeit gesetzt hat.<\/p>\n<p>Nun gilt es, diese Stunden als normaler Arbeitnehmer und Nicht-Profi irgendwie in den eigenen Wochenrhythmus zu integrieren. Drei erfolgversprechende Methoden hierf\u00fcr sind<\/p>\n<ol>\n<li>L\u00fccken finden<\/li>\n<li>Zeitfresser eliminieren<\/li>\n<li>Kompromisse schlie\u00dfen<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es folgt eine entsprechende detaillierte Anleitung&#8230;<\/p>\n<h3>1. L\u00fccken finden<\/h3>\n<p>Jawoll, dazu geh\u00f6ren auch so unangenehme Ding wie sich L\u00fccken zu schaffen &#8211; oder anders ausgedr\u00fcckt: Wenn ich wei\u00df, dass ich zwischen Fr\u00fchst\u00fcck und der Abfahrt zur Arbeit eine halbe Stunde habe, dann muss ich einfach noch eine halbe Stunde fr\u00fcher aufstehen und Schwupps, passt da wunderbar ein 10 km Waldlauf in die L\u00fccke. Wer noch 10 Minuten fr\u00fcher aufsteht, kann danach sogar\u00a0noch duschen und ver\u00e4rgert somit nicht die Kollegen. Zudem muss so etwas ja auch nicht jeden Tag statt finden (was nicht bedeutet, dass es das nicht kann). Und ein Runde durch den Wald ist als Start in den Tag ja sowieso nie verkehrt.<br \/>\nGenau so verh\u00e4lt es sich am Wochenende, wenn man genau wei\u00df, dass das Familienleben erst um 10:00 Uhr startet (elende Langschl\u00e4fer). Wenn man es wirklich ernst meint, qu\u00e4lt man sich auch mal um 7:00 aus den Federn und hat dann Zeit f\u00fcr eine dreist\u00fcndige Radausfahrt. Um den famili\u00e4ren Frieden mit dem Partner nicht zu gef\u00e4hrden sei jedem angeraten, ben\u00f6tigte Kleidung und Ausr\u00fcstung bereits am Vorabend bereit zu legen um den L\u00e4ngerschl\u00e4fer nicht mit unbeabsichtigt auftretenden R\u00e4umger\u00e4uschen aus seinem Schlummer zu rei\u00dfen. Wer die Familienkompatibilit\u00e4t noch einmal erh\u00f6hen m\u00f6chten, h\u00e4lt auf dem R\u00fcckweg kurz beim B\u00e4cker und bringt die Br\u00f6tchen f\u00fcr das gemeinsame Fr\u00fchst\u00fcck direkt nach Hause mit (zumindest wurde mir das nahe gelegt).<br \/>\nAuch die Mittagspause kann zu einer Trainingseinheit umfunktioniert werden, und unter den Kollegen finden sich mit Sicherheit\u00a0ein paar motivierte <del>Opfer<\/del> Mitl\u00e4ufer, die sich zu einem regelm\u00e4\u00dfigen Lauftreff motivieren lassen. Es sei \u00fcbrigens jedem angeraten, die Kollegen nicht gleich\u00a0kaputt zu laufen, denn sonst dreht man sehr schnell seine Runden wieder alleine.<br \/>\nLange L\u00e4ufe kann man zudem prima zu Familienausfl\u00fcgen umbauen. W\u00e4hrend ein Teil der Familie die bekannten 20 Kilometer zu einem nahe gelegenen Spielplatz, Park, Einkaufszentrum, etc. in einem gem\u00e4chlichen Tempo auf dem Rad zur\u00fccklegt, kann der ambitionierte Sportler dies laufend tun. Im Sommer entsteht der nette Nebeneffekt eines Verpflegungsservices f\u00fcr unterwegs (vorausgesetzt man l\u00e4uft nicht zu schnell und h\u00e4ngt seine Begleiter ab).<br \/>\nLetztendlich l\u00e4sst sich auch der Weg zu und von der Arbeitsstelle in eine Trainingseinheit umwandeln, je nach Distanz zu einer Lauf- oder zu einer Radeinheit (Venezianer k\u00f6nnen diese gerne auch schwimmend zur\u00fccklegen).<br \/>\nDies ist lediglich mit ein klein wenig organisatorischem Aufwand verbunden: Man sollte sich vorher dar\u00fcber informieren, ob das eigene B\u00fcro \u00fcber Duschm\u00f6glichkeiten verf\u00fcgt (aus offensichtlich und oben bereits umschriebenen Gr\u00fcnden). Weiterhin ist es hilfreich, b\u00fcrotaugliche Kleidung am Arbeitsplatz zu deponieren, um diese nicht immer mitf\u00fchren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h3>2. Zeitfresser eliminieren<\/h3>\n<p>Eigentlich ist dies viel mehr ein genereller Hinweis,\u00fcber den sich jeder mal seine Gedanken machen kann oder sollte.<br \/>\nWie viel Zeit verbringen wir am Tag mit Dingen wie Facebook, Youtube&#8230;<em>hier beliebige weitere Online-Aktivit\u00e4ten einsetzen<\/em>&#8230; oder sitzen vor der Playstation, schreiben SMS oder kommen gerade nicht von der Couch hoch. Reicht es nicht auch, wenn man Abends nur zwei anstelle von drei Stunden vorm Fernseher h\u00e4ngt? Passiert es nicht jedem von uns, dass wir nur mal schnell was im Internet schauen wollten &#8211; und Schwupps, geht eine halbe Stunde ins Land.<br \/>\nIm Einzelnen f\u00e4llt das vielen nicht auf, f\u00fcnf Minuten hier, 20 Minuten da. Wenn man sich aber mal die M\u00fche macht, dies mit einem Werkzeug seiner Wahl (Notizblock, Excel, Abakus) aufzuaddieren, wird man feststellen, wie viel Zeit in hier in kleinen H\u00e4ppchen &#8222;weg gefressen&#8220; wird.<br \/>\nMit ein wenig kreativer Reorganisation\u00a0wird der ein oder andere garantiert noch ein oder zwei Stunden zusammenkratzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>3. Kompromisse schlie\u00dfen<\/h3>\n<p>Eigentlich steht eine dreist\u00fcndige Radeinheit im\u00a0Plan, aber der Familienkalender sagt, es steht noch Kaffee und Kuchen bei der Oma\u00a0an. Kurz nachgerechnet und erschreckt festgestellt: Es reicht nur noch f\u00fcr eine zweist\u00fcndige Ausfahrt. Was soll man da nur machen, der Trainingsplan ist im Eimer.<br \/>\nNein, ist er nicht! Unsere Ambitionen sind nicht immer mit unserem realen t\u00e4glichen Leben kompatibel. M\u00fcssen sie auch gar nicht sein, wir m\u00fcssen nur flexibler werden.<br \/>\nWenn die drei Stunden Grundlagen gerade nicht passen, dann werde es halt nur zwei. Ein Blick in den Kalender wird schon zeigen, wann dann die lange Tour nachgeholt werden kann. Manchmal ergeben sich die M\u00f6glichkeiten auch kurzfristig. &#8222;Du, ich habe mich heute Nachmittag mit einer Freundin verabredet, passt das?&#8220; &#8211; &#8222;Kein Problem, Du findest mich dann in meinem Sattel&#8220;.<br \/>\nDas mag nicht jedem Trainingsplan-Fetischisten passen (&#8222;Grummel, Abweichungen bringen alles durcheinander&#8220;), ist aber f\u00fcr jeden der nicht Profi ist und ein regul\u00e4res Leben f\u00fchrt, Alltag. Dann muss halt mal das Intervalltraining vorgezogen werden, weil es zeitlich nicht anders in den Plan passt.<br \/>\nLetztendlich ist &#8222;ein bisschen trainiert&#8220; immer noch besser als \u00fcberhaupt nicht trainiert. Jeder sollte also f\u00fcr Kompromisse offen sein.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten, die ich hier vorgestellt habe, werden mit ziemlicher Sicherheit so nicht f\u00fcr jeden zutreffen &#8211; aber sie bieten Ansatzpunkte welche man nutzen kann, um selber eine Strategie zu entwerfen, wie man die Zeit, die man f\u00fcr seine selbst gesteckten Ziele ben\u00f6tigt, &#8222;zusammenkratzen&#8220; kann.<br \/>\nIch selber habe es geschafft mir so 10-12 Stunden in der Woche f\u00fcr Training freizur\u00e4umen, wenn ich sie ben\u00f6tige, ohne dass ich auf viele meiner Gewohnheiten verzichten muss.<br \/>\nIch denke, wenn man sich f\u00fcr den Sport entscheidet, dann wei\u00df man, dass man hinein investieren muss (vor allem zeitlich). Dem entsprechend sollte es einen auch weniger st\u00f6ren, wenn daf\u00fcr andere und\/oder\u00a0alte Gewohnheiten ein wenig k\u00fcrzer treten m\u00fcssen.<br \/>\nWir sind alle keine Profis &#8211; unser Leben h\u00e4ngt nicht von unserem Sport ab. Wir haben den Luxus selbst entscheiden zu k\u00f6nnen, wie viel oder wie wenig wir Sport in unser t\u00e4gliches Leben einbauen wollen und k\u00f6nnen. Wie bei vielen anderen Dingen im Leben entscheidet hier wohl auch das richtige Augenma\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wie schaffst Du das eigentlich zeitlich?&#8220; &#8211; \u00a0eine Frage, die mir in letzter Zeit zum Thema Training und wann ich trainiere des \u00d6fteren gestellt wurde &#8211; und ein prima Anlass, eine neue Serie hier auf diesem Blog zu starten: die Tipps For Freaks. 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