{"id":715,"date":"2016-08-27T14:38:41","date_gmt":"2016-08-27T13:38:41","guid":{"rendered":"http:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=715"},"modified":"2016-08-27T17:28:03","modified_gmt":"2016-08-27T16:28:03","slug":"die-laufsicht-breisgau-triathlon-2016-eine-ganze-halbe-sache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=715","title":{"rendered":"Die Laufsicht: Breisgau Triathlon 2016 &#8211; eine ganze halbe Sache"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ob es so etwas wie &#8222;einfache&#8220;\u00a0Halbdistanzen gibt wei\u00df ich nicht und\u00a0kann es\u00a0mit meinem aktuellen Erfahrungsschatz auf dieser Strecke auch nicht beurteilen. Eines steht aber fest: F\u00fcr meine Premiere auf dieser Distanz habe ich mir, versehentlich, wohl eines der h\u00e4rtesten Rennen in dieser Kategorie &#8211; so der allgemeine Tenor in vielen Foren &#8211; \u00a0in unsern Breiten ausgesucht&#8230;und es war jeden Meter dieser Strecke wert!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich sah der Plan f\u00fcr meine Mitteldistanz-Premiere ein wenig anders aus: Nachdem bereits die Entscheidung gefallen war, die (Half) Challenge Almere-Amsterdam zu meinem Hauptwettkampf des Jahres zu machen, wollte ich vorher noch einen regionalen Testlauf \u00fcber diese Distanz in meinen Kalender aufnehmen. Da au\u00dferhalb von Challenge und Ironman Halbdistanzen leider ein wenig rar ges\u00e4t sind, blieb die Ausahl zwischen dem Moret-Triathlon und dem Weilburgman, auf welchen auch meine endg\u00fcltige Wahl fiel. P\u00fcnktlich zum Jahreswechsel war die Anmeldung raus, die Startgeb\u00fchr \u00fcberwiesen und der Termin im famili\u00e4ren Kalender geblockt. Also alles im Lot &#8211; so k\u00f6nnte man denken.<br \/>\nLeider nicht so ganz, denn Mitte April kam \u00fcber Nacht die Meldung, dass der Weilburgman aufgrund von zu hohen Anforderungen an die Radstrecke seitens der Beh\u00f6rden und dem damit verbundenen organisatorischen und finanziellen Mehraufwand nicht mehr durchf\u00fchrbar sei und f\u00fcr dieses Jahr und auf unbestimmte Zeit nicht mehr stattfinden werde.<br \/>\nSo etwas kann passieren und f\u00e4llt einfach in die Kategorie &#8222;Dumm gelaufen&#8220; &#8211; dem gemeinen Triathleten ist aber auch klar, dass eine Umplanung &#8222;so sp\u00e4t&#8220; in der Saison auf einen Ersatzwettkampf nicht ganz so einfach ist, wie es am Anfang erscheinen mag. Bei verschobenem Termin stimmen die Trainingspl\u00e4ne pl\u00f6tzlich nicht mehr, die ein oder andere Veranstaltung ist schon ausgebucht, etc. pp. Halt all die Unwegsamkeiten, die sich einem so in den Weg schmei\u00dfen k\u00f6nnen.<br \/>\nEin freundlicher Kommentar auf die Absageank\u00fcndigung bei Facebook sollte die L\u00f6sung bringen &#8211; mir wurde der <a href=\"http:\/\/breisgau-triathlon.de\" target=\"_blank\">Breisgau-Triathlon<\/a>, welcher sogar am selben Wochenende wie urspr\u00fcnglich der Weilburgman statt finden sollte, als sehr lohnenswerte Alternative nahe gelegt. Ein paar kurze Nachforschungen in diversen Foren und auf einschl\u00e4gigen Seiten ergaben, dass dieses Event trotz der harten Strecken absolut empfehlenswert sei und gerade durch seine famili\u00e4re Atmosph\u00e4re besteche. Urspr\u00fcnglich war der Plan, nichts \u00dcberregionales f\u00fcr den Testlauf herauszusuchen, um zumindest den logistischen Aufwand in Grenzen zu halten, aber auch hier entstand aus ein paar Minuten Nachforschung eine im Nachhinein gesehen grandiose L\u00f6sung: Ohne diese jetzt n\u00e4her auszuf\u00fchren, sollten ein paar Schlagworte gen\u00fcgen &#8211; Breisgau, Ferienwohnung, Europapark, Strasbourg, Schwarzwald. Ein voll gepacktes Wochenende f\u00fcr die ganze Familie. Und auch wenn am Anfang der ein oder andere Zweifel seitens der Dame des Hauses gehegt wurde, war es am Ende f\u00fcr Alle ein rundum gelungener Kurzurlaub.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber zur\u00fcck zum Thema: Nachdem die Anmeldung raus und die Ferienwohnung gebucht war, begann ich, mich als vorbereitende Ma\u00dfnahme, genauer \u00fcber dieses Rennen zu informieren. Dass der Breisgau nicht zu den flachsten Regionen in unserem sch\u00f6nen Land geh\u00f6rt, ist vermutlich jedem mit halbwegs vern\u00fcnftigen Geographiekenntnissen klar &#8211; man hat dort den ein oder anderen H\u00fcgel (manche werden euphemistisch auch als Weinberge bezeichnet) aufgesch\u00fcttet und der Breisgauer als dortiger Ureinwohner kann mit diesen nat\u00fcrlich vortrefflich umgehen und baut sie somit auch mit Freude\u00a0in eine 80 Kilometer lange Radstrecke und den darauf folgenden Halbmarathon ein. In Forenbeitr\u00e4gen wird dann gerne auch mal von einem &#8222;anspruchsvollem Radkurs&#8220; und einer &#8222;herausfordernden Laufstrecke&#8220; gesprochen &#8211; in der Realit\u00e4t entpuppt sich dies allerdings dann ab und an schon mal als anspruchsvoller und herausfordernder als erwartet. Trotz allem sah das H\u00f6henprofil auf diversen GPS-Trackingseiten zwar nicht besonders nett, aber machbar aus &#8211; wenn es in der Vorbereitung auch ein wenig Magengrummeln hinterlie\u00df.<\/p>\n<div id=\"attachment_722\" style=\"width: 2170px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/DSC03509-e1472302146144.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-722\" class=\"wp-image-722 size-full\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/DSC03509-e1472302146144.jpg\" alt=\"DSC03509\" width=\"2160\" height=\"1620\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-722\" class=\"wp-caption-text\">Abarbeiten der mentalen Checkliste: Ist alles dort, wo es hin muss?<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dieser Vorgeschichte und einem grandiosen Wochenenden mit der Holden und dem Junior (im Europapark, Strasbourg, etc, siehe oben) stand ich also p\u00fcnktlich am 21. August mit knapp 200 anderen Athleten an der Startlinie am M\u00fcllersee in Riegel um die 2 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen in Angriff zu nehmen. Sogar (dass erste mal w\u00e4hrend eines Wettkampfes) mit Neopren, weil der Herr von der DTU mit dem inzwischen ber\u00fcchtigten DTU-Meter eine Wassertemperatur von unter 22,9\u00b0C herbei gemessen hatte. An der Startlinie wurde dann doch noch diskutiert, wo gemessen wurde (falscher See, in 5 Meter Wassertiefe, etc.), denn die Temperatur des Gew\u00e4sser entsprach eher der eines Warmbadetages in einem Hallenbad. Sei es wie es sei, die Pelle wurde \u00fcbergestreift (vielleicht war es ja drau\u00dfen im See ein wenig k\u00e4lter) und p\u00fcnktlich um 9:00 ert\u00f6nte zu den fast schon traditionellen Hells Bells von ACDC der Startschuss.<\/p>\n<div id=\"attachment_725\" style=\"width: 1690px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/DSC03520-e1472302733621.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-725\" class=\"wp-image-725 size-full\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/DSC03520-e1472302733621.jpg\" alt=\"DSC03520\" width=\"1680\" height=\"1260\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-725\" class=\"wp-caption-text\">Geometriekenntnisse ben\u00f6tigt &#8211; erst wird ein Dreieck geschwommen, dann ein Quadrat&#8230;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Dreieck und ein Quadrat mussten wir schwimmen um die volle Distanz zu erreichen &#8211; so die Vorgabe des Streckensprechers &#8211; und so nahm ich mit den 200 geometrisch ebenfalls bewanderten Kollegen den direkten diagonalen Weg zur ersten Wendeboje am anderen Ende des Sees. Das\u00a0Startareal zog sich doch recht stark in die Breite. Die ber\u00fcchtigte Keilerei in der viel zitierten Waschmaschine fiel somit gr\u00f6\u00dftenteils aus und die ersten 400 Meter lie\u00dfen sich angenehm und fast ungehindert schwimmen. Da ich dazu tendiere auf der Schwimmstrecke immer alles raus zu hauen was die Arme hergeben, musste ich mich wie auch sp\u00e4ter immer wieder selbst daran erinnern, dass ich nicht auf einer Kurzdistanz unterwegs war und mich regelm\u00e4\u00dfig einbremsen um nicht alles Pulver direkt zu verschie\u00dfen. Also erstmal keine Tempo-Scharm\u00fctzel, kein All-Out, sondern gleichm\u00e4\u00dfig durchs Wasser pfl\u00fcgen. Zu meiner eigenen \u00dcberraschung stieg ich aber trotzdem bereits nach etwas \u00fcber 32 Minuten aus dem See (meine eigene Vorgabe lag bei etwa 34 Minuten) und kam trotz Allem doch noch recht entspannt in der ersten Wechselzone an. Da ich das Ausziehen des Neos nicht vorher explizit ge\u00fcbt hatte, sah ich mich schon einen der gef\u00fcrchteten\u00a0Wechselzonen-Pellent\u00e4nze auff\u00fchren, allerdings verlief das Entbl\u00e4ttern erstaunlich unkompliziert und nach etwa 4 Minuten sa\u00df ich auf meinem Bike. Die Radschuhe hatte ich in den Wechselbeutel gepackt, was sich aufgrund des matschig-steinigen Bodens im Bikepark als sehr vern\u00fcnftig erwies (jaja, nicht immer ist die &#8222;coole&#8220; Variante mit eingeklinkten Schuhen am Bike auch die Beste).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte die acht Kilometer lange Anfahrt zum Rundkurs und das alt bekannte Ph\u00e4nomen: Wenn Du gut schwimmen kannst, dann k\u00f6nnen die ersten Kilometer der Radstrecke psychisch hart werden, denn dort kommt die Welle an Radmonstern von hinten angerollt, die zwar alle schlechter schwimmen, aber verdammt schnell fahren k\u00f6nnen. Bereits hier d\u00e4mmerte mir, dass die Anzahl der &#8222;Nur-Ankommer&#8220;, welche man ja bei olympischen Distanzen und Gro\u00dfevents in gen\u00fcgender Zahl finden kann, bei diesem Triathlon\u00a0doch wohl eher geringer ausfallen d\u00fcrfte. Das Tempo war von Anfang an hoch, aber ich widerstand der Versuchung mitzufahren. Zum Einen, weil ich noch ohne Erfahrung auf dieser Distanz war und mich an meine eigene Energieverwaltung erstmal herantasten wollte, zum Anderen, weil ich zwar das theoretische H\u00f6henprofil der Strecke kannte, aber keine Chance hatte, sie mir vorher anzusehen. Alles was ich wusste war, dass jede Runde etwa 340 H\u00f6henmeter hatte, die sich aber &#8222;nur&#8220; auf etwa 7 Kilometer der Runde verteilten. Von daher hie\u00df es vorsichtig sein und sich nicht schon am Anfang zerst\u00f6ren.<\/p>\n<div id=\"attachment_720\" style=\"width: 755px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/breisgau-radstrecke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-720\" class=\"wp-image-720 size-full\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/breisgau-radstrecke.jpg\" alt=\"breisgau-radstrecke\" width=\"745\" height=\"605\" srcset=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/breisgau-radstrecke.jpg 745w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/breisgau-radstrecke-300x244.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-720\" class=\"wp-caption-text\">Schwarzwaldrunfahrt &#8211; sieht harmlos aus, hat es aber in sich&#8230;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz nach der Ortsdurchfahrt Malterdingen begann dann der erste Anstieg, was sich optisch schon durch Gr\u00fcppchenbildung im Feld vor mir ank\u00fcndigte. An der Stelle konnte ich mich zwar an den ein oder anderen Kollegen wieder heranarbeiten, blieb aber trotzdem vorsichtig, da ich in der ersten Runde noch keine Ahnung hatte, wie lange der Anstieg \u00fcber die ersten 200 H\u00f6henmeter sich noch hinziehen w\u00fcrde. Insgesamt sind es mehr oder weniger drei Stufen mit kurzen Flachst\u00fccken dazwischen &#8211; so gesehen eigentlich machbar, aber es wird von Runde zu Runde schwerer und beim dritten und letzten Mal war ich froh, einfach nur noch dr\u00fcber rollen zu k\u00f6nnen. Nach dem Anstieg ging es in eine rasante Abfahrt, in der mich nicht nur viele Mitstarter sondern auch die Erkenntnis \u00fcberrollte, dass ich wohl bei solchem Gef\u00e4lle lernen muss wesentlich gnadenloser abzufahren &#8211; aber nicht so gnadenlos wie der Herr, den es am Ende des Gef\u00e4lles\u00a0im Graben zerlegt hat und von der Truppe\u00a0vom Verein Wei\u00df-Rot abtransportiert werden musste (gute Besserung an der Stelle).<br \/>\nDie Radstrecke windet sich danach durch ein paar Ortschaften und f\u00fchrt dann in die Weinberge &#8211; der Anstieg hier ist \u00fcberschaubar (ca. 60 HM auf etwa 1,5 Kilometer mit ein paar kleineren Rampen), daf\u00fcr ist die Abfahrt teilweise sehr hakelig (enge 90\u00b0 und S-Kurven), ganz besonders, wenn es wie in der zweiten Runde anf\u00e4ngt, aus K\u00fcbeln zu sch\u00fctten, der Weg samt Matsch rutschig wird und die Bremsen nur noch bedingt greifen. Die Strecke ist zwar gut ausgeschildert und die Gefahrenstellen mit Strohballen und Streckenposten ausgestattet, aber hier sollte wirklich die Vernunft siegen und das Interesse in einem St\u00fcck samt Fahrrad wieder unten anzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle ist wohl\u00a0auch mal ein Einwurf zum Thema Streckenposten und Zuschauer sowohl auf der Rad- als auch der Laufstrecke angebracht: Sicher findet man keine Zuschauermassen und Nester, wie wir sie von den gro\u00dfen Events kennen. Aber jedes Dorf, jedes St\u00e4dchen dort in der Umgebung beteiligt sich an diesem Triathlon, an vielen Stellen ist die Freiwillige Feuerwehr als Streckenposten im Einsatz, sehr viele Anwohner platzieren sich im Liegestuhl vor ihren H\u00e4usern, bauen eigene kleine Stimmungsnester und feuern jeden Einzelnen frenetisch an. Man hat das Gef\u00fchl als Athlet, dass die ganze Region hinter diesem Event steht und ich bin immer noch fasziniert, dass das Verh\u00e4ltnis von Athleten und Helfern bei &#8222;nur&#8220; 500 Startern auf Mittel- und Jedermanndistanz bei ziemlich genau 1:1 liegt. Ein ganz gro\u00dfes Dankesch\u00f6n und &#8222;Daumen Hoch&#8220; hierf\u00fcr!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zum eigentlichen Rennen. Nach drei auch zeitlich eher durchwachsenen Runden, rollte ich mit einer Radzeit von 2:53 in die zweite Wechselzone in Malterdingen &#8211; etwa 20 Minuten langsamer, als ich mir zum Ziel gesetzt hatte. Ich wollte einen Schnitt um die 31 km\/h fahren, am Ende wurden es aber nur ca. 28 km\/h. Der Wechsel gestaltete sich als Luxus: Das Rad wird einem direkt abgenommen, der Beutel wird einem angereicht und man bekommt sogar einen pers\u00f6nlichen Wechselassistenten, der einem beim Verstauen der Radsachen hilft. Das kannte ich in dieser Form bisher nicht oder wenn, dann nur f\u00fcr die Profis.<\/p>\n<div id=\"attachment_731\" style=\"width: 791px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Breisgau_Laufstrecke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-731\" class=\"wp-image-731 size-full\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Breisgau_Laufstrecke.jpg\" alt=\"Breisgau_Laufstrecke\" width=\"781\" height=\"597\" srcset=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Breisgau_Laufstrecke.jpg 781w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Breisgau_Laufstrecke-300x229.jpg 300w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Breisgau_Laufstrecke-768x587.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-731\" class=\"wp-caption-text\">Sieht von oben eigentlich gar nicht so gemein aus &#8211; die Laufstrecke<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach weiteren 2,5 Minuten ging es mit dem Gef\u00fchl &#8222;Keine Ahnung wie da jetzt noch 21 Kilometer gehen sollen&#8220; auf die ber\u00fcchtigte Laufstrecke. Nachdem ich auf den ersten 3 Kilomteren &#8222;Einlaufrunde&#8220; doch wieder einige der auf dem Rad weggefahrenen einsammeln konnte, kamen pl\u00f6tzlich auch die Beine wieder zur\u00fcck &#8211; gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Einstieg in die Weinberge&#8230;nennen wir diesen hier einfach mal freundlich <em>DIE WAND<\/em>. Ich wusste ja vorher schon, dass es dort aufw\u00e4rts geht (ca. 100 HM), nur war mir nicht klar, wie weit und wie steil. Und auch wenn ich den <a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/?p=676\">Brunnenfestlauf (siehe Bericht)<\/a> mit seiner Steigung f\u00fcr hart gehalten hatte, dann war das hier noch einmal ein ganz anderes Kaliber &#8211; gerade dann, wenn man erst kurz vorher die 80 Kilometer auf dem Rad beendet hat. Aber es ist wie es ist, und wenn man bis ins Ziel kommen will, dann muss man da durch. Der gleichm\u00e4\u00dfige kleine Laufschritt kann hier Wunder wirken, und so ging es kontinuierlich den Berg hoch. Auch hier h\u00e4lt die Strecke noch einmal eine kleine \u00dcberraschung bereit: Wenn man glaubt, man sei\u00a0ganz oben angekommen, folgt\u00a0pl\u00f6tzlich noch einmal ein kurzer steiler Anstieg. Danach bleibt es dann zwar wellig, aber mit stetiger bergab Tendenz. Man kann es also laufen lassen und lediglich der Gedanke, dass man <em><strong>da<\/strong><\/em> noch ein zweites mal durch bzw. hoch muss, verdirbt einem an der Stelle ein wenig den Spa\u00df.<br \/>\nDie erste Runde war dann auch in knapp unter 52 Minuten gelaufen und somit fast schon schneller als die 10,5 Kilometer auf meiner letzten Kurzdistanz, die genau 0 (in Worten null) H\u00f6henmeter hatte. Manchmal verstehe ich meine Beine nicht (dass beruht vermutlich auf Gegenseitigkeit)&#8230;und bis Kilometer 14 ging es locker weiter. Dann stand ich das zweite mal vor <em>DER WAND<\/em> und vor einer Entscheidung: Meine Beine wussten es, ich wusste es &#8211; entweder nochmal hoch laufen und dann in den Weinbergen untergehen oder aber einen Gang zur\u00fcckschalten, mit gestrecktem Gang den Berg hochmarschieren und nach dem Anstieg nochmal richtig durchziehen. Zweiteres war das Mittel der Wahl und die absolut richtige Entscheidung. Trotz der Wandereinlage kam der Kollege hinter mir nicht wirklich n\u00e4her und der vor mir konnte auch nicht weg laufen. Daf\u00fcr konnte ich nach erfolgreichem Aufstieg ohne Probleme wieder mein normales Lauftempo aufnehmen und auf den letzten 5 Kilometern noch ein paar weitere Athleten einsammeln. Im Endeffekt habe ich dadurch am Ende vielleicht 3-4 Minuten verloren,\u00a0also eine sehr \u00fcberschaubare Zeit. Die letzten 2 Kilometer, welche kontinuierlich bergab f\u00fchren, waren dann von ein paar Beinahe-Krampfanf\u00e4llen in der linken Wade begleitet, die ich aber kurz vorher gerade abfangen konnte.<br \/>\nAm Ende durfte ich mir sogar noch einen Zielsprint mit einem Athleten hinter mir g\u00f6nnen &#8211; der aber eigentlich nur aus Frust zustande kam, weil mir auf dem roten Teppich aufgrund einer Windb\u00f6e ein Absperrpoller samt Band in den Weg geweht wurde, beim Ausweichen die Wade endg\u00fcltig zumachte und ich kurz stehen bleiben musste. Den Platz, wenn auch nur hinteres Mittelfeld wollte ich trotzdem nicht mehr hergeben. \ud83d\ude09<br \/>\nSumma Summarum stand am Ende eine Laufzeit von 1:49h zu Buche (meine eigene Vorgabe war um die 1:45, also absolut im Soll) und eine Gesamtzeit von 5:21h sowie die Erfahrung, meine erste Mitteldistanz bei einem absolut genialen und herausfordernden Wettkampf bestritten zu haben. Gro\u00dfartige Organisation, super Strecke, tolle Helfer und eine so dahinter stehende Region, da \u00a0kann sich so manches Gro\u00dfevent die ein oder andere Scheibe abschneiden.<\/p>\n<div id=\"attachment_721\" style=\"width: 549px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/14095851_1164282523634337_5919654875422289166_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-721\" class=\"wp-image-721 size-full\" src=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/14095851_1164282523634337_5919654875422289166_n.jpg\" alt=\"14095851_1164282523634337_5919654875422289166_n\" width=\"539\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/14095851_1164282523634337_5919654875422289166_n.jpg 539w, https:\/\/frontal.richard-wolfram.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/14095851_1164282523634337_5919654875422289166_n-168x300.jpg 168w\" sizes=\"auto, (max-width: 539px) 100vw, 539px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-721\" class=\"wp-caption-text\">Nach insgesamt 103 Kilometern: Am Ende doch noch ein Zielsprint mit Fotofinish&#8230; \ud83d\ude09<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Frage, ob das Event f\u00fcr Einsteiger auf dieser Distanz geeignet ist, kann ich lediglich mit einem ganz entschiedenen &#8222;Kommt drauf an&#8220; antworten. Wenn es nur darum geht, mal eine Mitteldistanz gemacht zu haben und irgendwie durchzukommen, dann d\u00fcrfte beziehungsweise k\u00f6nnte dass f\u00fcr viele Neulinge sehr frustrierend werden. Ich pers\u00f6nlich fand das sportliche Niveau dort durch die Bank weg\u00a0sehr hoch, bis auf eine handvoll Athleten blieben alle Zielzeiten unter 6 Stunden und damit wird es in diesen Bereichen nat\u00fcrlich sehr schnell sehr einsam.<br \/>\nWer aber mal wissen m\u00f6chte, wo er in seinem Sport mit seinen Leistungen steht, auch vor schwierigen Aufgaben keine Angst hat und auch ein wenig ambitionierter ist, der ist dort genau richtig aufgehoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir hat es trotz aller Strapazen unendlich viel Spa\u00df gemacht, es hat mir gezeigt, wo ich richtig trainiert und gearbeitet habe aber vor allem auch, wo meine Schwachstellen liegen &#8211; diese werden dort gnadenlos aufgedeckt &#8211; und wo ich mich verbessern kann\/muss.<br \/>\nMit Sicherheit war ich nicht das letzte mal dort und mein Ziel (wenn auch dieses Jahr ziemlich verfehlt) bleibt, dort die 5 Stunden-Marke zu knacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen uns im L\u00e4ndle&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob es so etwas wie &#8222;einfache&#8220;\u00a0Halbdistanzen gibt wei\u00df ich nicht und\u00a0kann es\u00a0mit meinem aktuellen Erfahrungsschatz auf dieser Strecke auch nicht beurteilen. 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