Türchen 3: Jugendwort oder kein Jugendwort, dass ist hier die Frage

Ich muss gestehen, Jugendwörter und Jungendsprache habe ich – selbst in adoleszentem Alter – lediglich aus einer passiv-aggressiven Perspektive erlebt. Aus irgend einem Grund sträubte und sträubt sich jede Zelle meines Wernicke-Zentrum in Übereinstimmung mit dem Broca-Areal jegliche Fragmente dieser linguistischen Unfälle in mein eigenes Vokabular aufzunehmen oder zu artikulieren. Trotz allem finde ich dieses Phänomen und das damit verbundene Ritual ein Jugendwort des Jahres zu wählen durchaus faszinierend…aus der Perspektive eines Schaulustigen bei einer Totalkarambolage. Man weiß, man soll und will eigentlich weitergehen, muss dann aber trotzdem hinschauen nur um die Erkenntnis zu gewinnen, dass man dies lieber nicht getan hätte.
Aber auch aus einer vom Hohen Ross herabschauenden Position lässt sich eine deutliche Veränderung an der eigenen Reaktion auf die Entwicklung des Niveaus von Jugendwörtern und deren Alpha-Vertretern beobachten. War es anfänglich – also in den 00er Jahre – eher ein „Naja, gut, wenn Ihr meint“, ein sogenanntes kleines WTF, so hat sich diese eher zu einem übergroßen megalithischem WTF entwickelt. Und mit einem eben solchem Gewicht fällt diese Erkenntnis einem jedes Jahr wieder auf die Füße.
Schaut man auf die ersten Iteration der Wahl zum Jugendwort des Jahres, fällt dem herabschauenden Rezipienten noch ein nicht unerhebliches Maß an Kreativität bei der Rekombination von Vokabular und Semantik auf. Hier seien so großartige Konstruktionen wie Gammelfleischparty, Bildschirmbräune, Niveaulimbo, Arschfax oder auch der Bankster (ein Konstrukt aus Banker und Gangster) genannt. Worte, die als solches auch zu erkennen sind und mit etwas gutem Willem und ein wenig Toleranz als solche für den allgemeinen Sprachgebrauch verwendbar wären ohne eine weitreichende Neudefinition des Begriffes Sprache zu erfordern.
Aus irgend einem nicht ganz ersichtlichen Grund ändert sich dies ab ca. 2012 schlagartig, und das hat garantiert nichts damit zu tun, dass wir seit den 10er Jahren eine pandemisch anmutende Ausbreitung an fragwürdigen Social Media-Plattformen und noch fragwürdigeren Inhalten darauf erleben dürfen. Ohne jetzt diese Begebenheit genauer zu sezieren, so fällt doch signifikant auf, dass sich Jugendwörter ab diesem Zeitpunkt eher zu Jugend“lauten“ bis hin zu an Gegrunze erinnernde Gebilde entwickeln. Während man allerdings mit „Yalla!“ und „Hayvan“ zumindest noch grundlegende Fremdsprachenkenntnisse erwerben kann, war und ist spätestens bei „I bims„, „sheesh„, „isso„, „bae“ und dem diesjährigen Gewinner „das Crazy“ und dem Drittplatzieren „checkst du“ die Grenze des intellektuell Erfassbaren deutlich überschritten. Vielleicht liegt es darin begründet, dass die Jugend heutzutage mehr mit „goonen“ (Platz 2) beschäftigt ist, als sich mit dem adäquaten Gebrauch und Erwerb von Sprache auseinander zu setzen (offensichtlich wird also mehr masturbiert als artikuliert), oder aber in der Tatsache, dass man immer weniger von Angesicht zu Angesicht kommuniziert (wie auch, wenn man ständig goont), sondern nur über und durch digitale Ersatzkanäle. Kommunikation funktioniert laut Wazlawik ja nur, wenn Sender und Empfänger sich auf einen gemeinsamen Code geeinigt haben. Dahingehend ist es durchaus Beeindruckend, dass diese an Ambiguitäten kaum zu übertreffenden mit Minimalsilben und ohne nötigen Artikelballast ausgestatteten Kurzlaute scheinbar den kommunikativen Erfordernissen der jeweiligen Generation genüge tun können. Oder auch nicht, denn wenn man mal die Gegenprobe macht, also die Betroffenen und („Hey Du bist voll das“) Opfer auf die Semantik dieser Konstrukte anspricht, so erhält man als Antwort oft ein nonverbales Schulterzucken und die Information, dass man das halt so sagt. Eine Definition, was das denn nun bedeuten mag, scheitert nur zu gerne an einem mangelnden Wortschatz.
Der geneigte Leser wird sich jetzt Frage: „Yalla! Was genau ist Dein Problem Babo? Irgendwann verwächst sich das.“ Dem würde ich gerne zustimmen können, alleine die Realität ist eine andere. Die Menge an Wörtern im allgemein verwendeten Wortschatz hat sich die letzten Dekaden über nachweislich verringert ebenso wie das Verständnis komplexer(er) Syntax. Wer sich den „Spaß“ macht, eine Nachrichtensendung oder Zeitungsberichte aus grauer Vorzeit zu lesen, sich eine Bundestagsdebatte oder Interviews aus den 70er, 80er und teilweise auch der90er Jahren des letzten Jahrtausends zu Gemüte führt, der wird feststellen, dass sich Duktus, Komplexität und Menge im wörtlichen und schriftlichen Sprachgebrauch durchaus verändert haben. In den 90ern erfand man Nachrichten für Kinder (Logo) mit simplifiziertem Sprachgebrauch, heute ist dieser Sprachgebrauch der allgemeine Standard. Selbst die Jungendwörter, welche nicht unbedingt aufgrund der vorher genannten Attribute aus sprachlicher Sicht glänze, haben dass bisschen Komplexität und Kreativität, welche sie bis vor 15 Jahren noch hatten, fast vollständig eingebüßt.
Jaja, jetzt kommen gleich die sprachwissenschaftlichen Totschlagargumente, und diese lauten „Sprache verändert sich halt und ist spiegelt immer den Einfluss ihrer Zeit wieder.“ Da sage ich: Absolut! Und mit dem Argument schießt man sich halt selber ins Knie. Wenn in einer sich vorgeblich immer weiter entwickelnden und komplexer werdenden Welt, das Werkzeug zur Beschreibung eben dieser immer stumpfer(!) und unhandlicher wird, sozusagen sich vom Multitool zurück zum Faustkeil entwickelt, dann weiß man mit einer gewissen Sicherheit, wo die allgemeine Reise hingeht. Und wenn Jugendwörter oder Jugendunwörter nicht mehr aus kreativen Kofferwörter, Metaphern, Reinterpretationen oder originellen Lehnwörtern bestehen, sondern mehr oder weniger aus gruseligen Maximalabbreviationen, Grunzlauten und sich in ihrem Klang und Inhalt eher nach der Kenntnis einer Sprache auf A1-Niveau anhören, dann mag man dem geneigten Ranter zwar unterstellen, diesbezüglich absolut intolerant zu sein, aber der hier vor sich Hinrantende sieht darin doch ein gewisses Maß an Bankrotterklärung an die grundlegenden Fähigkeiten des Sprachgebrauches und eine kreativen Umgangs mit Sprache an sich.

In diesem Sinne:
„Digga, hoffentlich wird’s nicht noch mehr lost als es schon cringe ist.“ (frei nach Karl Valentin)

Türchen 2: Die Sache mit dem Einzelhandel

Vielleicht ist es der Zeit des Jahres geschuldet, aber es erscheint mir durchaus angemessen, den diesjährigen AdRantsKalender™ mit einem, nun, nennen wir es vielleicht Abgesang auf den Einzelhandel zu beginnen. Denn nicht selten beginnt die weihnachtlich-unsinnliche Saison mit einer medialen Auf- und Endrüstung gegen und vor allem über dem Einzelhandel. Alljährlich kann sich dann der Kommentar- und Artikel-Schreiberling diverser On- und Offline-Medien nicht wirklich entscheiden, ob der Einzelhandel an sich Täter und Ausbeuter gegenüber seinen Angestellten oder da nieder liegendes Opfer der berüchtigten Endstufen-Kapitalismusmonster Amazon & Konsorten ist.
Da dieses vorweihnachtliche Ritual inzwischen genau so zum Dezember gehört wie die alljährliche Feuerwerksdiskussion oder die oktoberliche Zeitumstellungentrüstung, lassen wir diese Fragestellung lieber unangetastet…nun ja, fast.
Denn trotz vieler, vieler Jahre Erfahrung als Kunde und Opfer des Einzelhandels, gebe ich diesem doch wieder und wieder eine Chance. Allerdings ist nun – mal wieder – meine Geduld diesbezüglich doch ein wenig an ihre Grenzen geraten und die Gründe, den ewig jammernden Aufrufen zum allgemeinen Schutze des inzwischen auf der Roten Liste der Gefährdeten Arten stehenden Einzelhandels sowie des Innennstädte-Biotops zu retten, nehmen exponentiell ab.
Wenn man das „Glück“ hat, fußläufig in der Nähe eines sagen wir mal recht umfänglichen Einkaufszentrums zu wohnen, so ist die Hemmschwelle, dort gelegentlich die Auswüchse des merkantilen Treibens in Augenschein zu nehmen, doch eher gering, da mit wenig Aufwand verbunden. Bedeutet, wenn die Holde sagt, lass uns zusammen einkaufen gehen, und zwar keine grundlegenden Dinge des Alltags, dann ist die Ausredendecke ausgesprochen dünn. Um trotzdem ein wenig die Kontrolle über einen potenziellen Konsumanfall zu behalten, empfiehlt sich das vorherige Erstellen eines sogenannten Marschplans, in Fachkreisen Einkaufszettel genannt. Ein paar Socken, ein Sportbadehose für den Kurzen und noch ein Spiel zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Hört sich recht unkritisch an, sollte man meinen. Und eine Lokalität, die mehrere Sport- und Bekleidungsgeschäfte sowie Buch- und Spielwarenhandel beherbergt, sollte den Erfordernissen des zur Seite geneigten Kunden durchaus gerecht werden können. Und ja, all dies hätte man durchaus online bestellen und innerhalb von 48 Stunden geliefert bekommen können, aber es soll durchaus Menschen geben, die sich an der Tätigkeit des Vor-Ort-Einkaufens erfreuen.
Bevor wir mit dem Anekdötchen fortfahren sei angemerkt, dass das hier beschriebene keinen Einzelfall darstellt, sondern sich seit einigen Jahren so oder so ähnlich in regelmäßigen Abständen wiederholt – natürlich ohne wirkliche Lernkurve auf Kundenseite (also bei uns). Die beschriebene Abfolge ist dabei immer identisch oder zumindest sehr, sehr ähnlich.
Es beginnt mit der mehr oder weniger gegebenen Verfügbarkeit und dem Vorhanden sein eines verkaufswilligen Einzelhandelsschergen. Je nach Preisklasse der Lokalität dauert es manchmal länger, gelegentlich weniger lang, sich eben einen solchen zu „erjagen“. Fairer Weise sei hier aber auch erwähnt, dass in Geschäften, in denen Socken den Gegenwert einer Monatsmiete haben, der Prozess des Erjagens meist nicht notwendig ist, denn dort trifft man sehr oft auf eine invertierte Gemengelage: Das Verkaufspersonal jagt die Kundschaft. Zurück zum Standartszenario: Hat man denn einen solchen Verkaufsverantwortlichen erspäht und stellt die Eine-Million-Euro-Frage („Haben Sie Artikel X in der Größe Y?“) verhält es sich nicht so, dass dieser einem freudestrahlend zum Objekt des Interesses führt. Nein, normalerweise wird dann grob in eine Himmelsrichtung gewedelt und die Weisheit „Da müssen Sie mal da drüben schauen“ in einer ihrer vielfältigen Abwandlungen paraphrasiert, der Kunde muss ja schließlich seine Jagdinstinkte trainieren. Also „schaut“ man und wird in den meisten Fällen nicht fündig, bzw. scheitert an der nicht erkennbaren Logik der Warenorganisation. Eilt man nun zum Verkaufenden zurück folgt in der Regel der Satz „Wenn’s nicht da rumliegt/hängt/steht/fliegt, dann haben wir es nicht mehr.“ Vom Kunden wird dann in dieser rituellen Choreografie eine Frage wie „Und wann bekommen sie das wieder?“ oder „Haben Sie etwas vergleichbares auf Lager?“ erwartet, die im allgemeinen mit „Nein“ oder „Kann ich Ihnen nicht sagen“ beantwortet wird nur um dann proaktiv vom Verkaufsschergen mit „Schauen Sie doch mal online nach, da haben wir meistens noch mehr!“ ergänzt zu werden. Dass ist dann genau dem Moment, wo einer Person des dynamischen Kunden-Duos, nämlich namentlich mir, die Hutschnur reißt. Diese versalzene Situation lässt sich allerdings Verkäufer-seitig noch ein wenig nachwürzen, nämlich auf die Frage, ob man es denn in der Filiale oder im Laden bestellen und auch dorthin liefern kann, zu antworten „Nein, dass können sie sich dann nur nach Hause liefern lassen.“ mit dem nicht ausgesprochenen metaphysischen Kontext „Die Versandgebühren müssen sie natürlich auch zahlen.“
Dies waren und sind die Momente, wo das letzte bisschen Empathie für den Einzelhandel in mir stirbt, denn die hier geschilderten Abläufe sind nicht die Ausnahme, sie sind DIE REGEL!
Lieber Einzelhandel, ich gehöre garantiert nicht zu denen, die von unkontrollierten Konsumanfällen geplagt werden, aber manchmal möchte ich Waren tatsächlich JETZT einkaufen, jetzt an- und ausprobieren und wirklich nur EINMAL wieder ein Erfolgserlebnis bei einem Einkaufsbummel haben. Aber wisst Ihr was: So langsam könnt Ihr mich wirklich am Tüffel tüten, denn googeln kann ich selber und das vermutlich sogar deutlich besser als die meisten Eurer Verkäufer. Wenn ich mich ins Auto oder in die Bahn setze und meine Lebenszeit investiere (ja, im Einzelhandel einkaufen bedeutet auch zeitlichen und logistischen Aufwand auf Käuferseite), dann ist die Menge an Fehlversurchen, bei denen ich es als akzeptabel erachte mit leeren Händen, Taschen, Kofferräumen zurückkomme, beschränkt. Und die Kompetenz und Kundenorientierung Eures Verkaufspersonals wiegt dieses Defizit nicht auf, denn wenn es nichts gibt, was sie mir verkaufen können, dann hilft das nicht. Und keine Kompetenz oder Kundenorientierung hilft noch weniger. Sicher kann man nicht alles auf Vorrat haben, aber prinzipell alles, was sich nicht in rauhen Mengen verkaufen lässt, in die eigenen Online-Shops abzuschieben, beraubt Euch, lieber Einzelhandel jeglicher Existenzberechtigung. Denn dann macht es keinen Unterschied mehr, wo ich bestelle und dann nehme ich einfach den Händler, der es mir am Einfachsten macht. Und jetzt ratet mal, lieber Einzelhandel, wer das sein könnte.
Und jetzt? Nur destruktives Herummeckern oder auch konstruktive Kritik? Eigentlich ist es ja ein AdRantsKalender™ und niemand bezahlt mich dafür, hilfreiche Hinweise an Unternehmen zu liefern, sonst müsste ich ja, Thor bewahre, für McKinsey oder so arbeiten. Aber vielleicht mal in die grobe Himmelsrichtung gewunken („Schauen Sie mal da hinten nach, ob Sie was finden“): Ich habe mal vom Onkel einer entfernten Tante derer bester Freundin gehört, dass es auch anders geht: Da gibt es so Floskeln wie „Lassen Sie mich mal schauen, ob wir noch was ähnliches auf Lager haben“, „Ich kann ihnen mehrere Größen/Farben/etc. hierher bestellen und sie können das dann hier ausprobieren.“, „Kommt in drei Wochen wieder rein, wollen Sie benachrichtig werde oder sollen wir Ihnen direkt eines zurücklegen“, „Warten Sie mal, ich glaube, wir haben noch ein Ausstellungsstück!“, und so weiter und so fort. All das wären Stärken, welcher der Einzelhandel zu seinem Vorteil nutzen können. Aber wer nicht will, der hat halt Amazon…oder wie diese Sprichwort auch lauten mag.

Neue Stiefel auf alten Pfaden oder „Alte Besen kehren auch nur Schmutz“

Die wenigen, welche diesen Blog verfolgen, wissen um meine jährliche Tradition des Jahres-End-Rants: ein einziger einsamer Blog-Eintrag, der lediglich dazu dient, den oder die persönlichen WTF-Momente des dahinscheidenden Jahres noch einmal Revue-passieren zu lassen und dann kräftigst zu zerlegen. Die Realität und vor allem das, was viele dafür halten entwickelt sich jedoch seit nicht ganz so geraumer Zeit in eine Richtung, die eine messbar signifikant höhere Dichte eben jener Moment aufweist. Dies führt zum einen dazu, dass es nur noch ein „Worst-Of“ des „Habt Ihr noch alle Latten am Zaun“ in eben jenen Rant schafft und auf der anderen Seite dazu, dass die reinigende Wirkung eben jenes schriftlich festgehaltenen verbalen Donnerwetters seine reinigende Wirkung nur noch unzureichend entfaltet. Das ist in meinem fortgeschrittenem oder vielleicht auch eher fortschrittlichem Alter einfach nicht mehr gesund, wie Euch jeder Zahnarzt und meine mandibuläre Dysfunktion bestätigen können.
Folgerichtig wird sich das Prozedere, welchem ich in diesem Jahr folgen werde, deutlich vom Vorgehen in der vergangenen Dekade unterscheiden. Und ja, ich habe etwas Archäologie betrieben: Die Rants feiern 10-Jähriges und sind somit schon älter als ein Meerschein werden kann.

 

Von daher: Vorhang auf für den

 

AdRantsKalender!

 

Bis Weihnachten – also von heute an noch die nächsten 23 Tage – werde ich jeden Tag ein neues Türchen eintreten und mal ein mehr, mal weniger elegantes Wortgewitter oder vielleicht auch nur ein wenig Wetterleuchten auf Begebenheiten, Entscheidungen, Vorkommnisse, Nachrichten, Entwicklungen, Online-Medien und was weiß ich nicht noch alles niedersausen lassen. Mal ausführlicher, mal weniger ausführlich.

Wenn ihr zu denen gehört, die dass hier lest (Achtung, leichte Paradoxons-Gefahr), stellt Ihr jetzt mit Sicherheit fest, dass die Sache einen Haken hat. Das hier ist kein Social-Media-Kanal, hier kann man nichts abonnieren, und Glocken, auf die man draufdrücken kann, gibt es hier auch nicht. Also hier schon, aber nicht auf dieser Webseite und draufdrücken dürft IHR da schon mal überhaupt nicht. Ach ja, der „Daumen-nach-oben, wenn’s Euch gefallen hat“ fällt leider auch weg, den könnt Ihr für sinnvollere Dinge verwenden. Ich bin sicher, Euch fällt da was ein.
Wenn es aber alle diese Errungenschaften der modernen Benutzeroberfläche und der digital-induzierten Sofort-Amnesie nicht gibt, wie zum Henker soll man sicher stellen, sich wiederkehrend tagtäglich meine neusten geistigen Eskalationen zu Gemüte führen zu können, ohne von einer Mail, einer WotsEp oder einem blinkenden Glöckchen-Symbol daran erinnert zu werden?
Die Antwort darauf ist so einfach wie verblüffend: Wenn ihr zur potenziellen Zielgruppe des AdRantsKalenders™ gehört, dann braucht Ihr das alles nicht. Denn dann gehört Ihr zu jenem erlauchtem Kreis (ist „erlaucht“ heutzutage eigentlich abwertend?), welcher noch die geradezu prähistorische Fähigkeit des sich kurzfristig Erinnerns besitzt. Als kleine Hilfe sei angemerkt, dass der Name dieses kleinen Projektes eine Anlehnung an ein gängiges Ritual ist, welches sich in der Vorweihnachtszeit größter Beliebtheit erfreut. Für den Fall, dass Ihr zu denen gehört, die sich jeden Tag von einem digitalen Helferlein darauf hinweisen lassen müssen, ein Türchen zu öffnen, seit versichert, dass Ihr mit ziemlicher Gewissheit zu einer Mehrheit gehört, die meine Aus- und Anführungen mit sehr hoher Wahrscheinlicht besser nicht lesen sollte. In diesem Fall bitte einfach der Beschilderung hier lang folgen:

 

TikTok
Youtube
X

 

Allen anderen wünsche ich viel „Spaß“ und eine reinigende Vorweihnachtszeit.

Am Abgrund der Dummheit oder die unerträgliche Leichtigkeit der Dysfunktionalität

Ein altbekanntes Sprichwort weiß, dass Aufgeschoben nicht gleich Aufgehoben ist und nachdem mir im letzten Jahr kurz vor Redaktionsschluss des traditionelle Rants eine thematische Steilvorlage geliefert wurde, kann ich mich nun dieses Jahr dem eigentlich geplanten Thema 2023, nämlich den Zustand unseres Landes, widmen.

Nicht, dass es so kurz vor Jahresende an frischen Steilvorlagen gemangelt hätte von denen jede Einzelne es verdient hätte, in einen wutbürgerlichen Vorschlaghammer verwandelt zu werden. Die allgemeine und auch die spezielle aktuelle Situation gebietet es jedoch, nicht mehr ein einzelnes Ärgernis zu sezieren, sondern die Kettensäge zu befüllen (mit fossilem Brennstoff natürlich) und die aktuelle Gesamtsituation in grobe Stücke zu zerlegen. Nicht, dass es was ändern würde, aber es befreit natürlich ungemein und hinterlässt optisch ein weitaus beeindruckenderes Ergebnis als die metaphorische Laparoskopie.

Jetzt stellt sich dem Autor – also mir – natürlich die Frage, wo anfangen? Ganz im Gegensatz zu meinen üblichen Gewohnheiten werde ich dieses Jahr am hinteren Ende des Irrsinns beginnen und mich Schritt für Schritt – sofern das marode Fundament mich inhaltlich noch trägt – Richtung „Anfang“ vorarbeiten. Einfach weil ich es kann…

Also widmen wir uns zuerst den Geschehnissen in und um unser Gesundheitssystem herum, welches zum Jahresende noch einmal ordentlich Zündstoff produziert hat. Nicht nur, dass die Beiträge zum neuen Jahr völlig überraschend „mal wieder“ angepasst werden müssen (wobei „angepasst“ interessanter Weise immer und ausschließlich „erhöht“ bedeutet), nein, ganz plötzlich fällt Gesundheits-Kalle drei Monate vor vorzeitigem Amtsende ein, dass die Ungleichbehandlung privater und gesetzlich Verunsicherter durchaus harsch zu kritisieren sei. Also verbal…in Talkshows und Zeitungsartikeln…und so…

Da stellt sich dem gemeinen Beobachter natürlich die Frage, wer denn den Hut für Veränderungen im Gesundheitssystem auf dem Haupte trägt und mich beschleicht das Gefühl, dass es sich dabei nicht um Lothar Matthäus handelt. Vielleicht tue ich dem Herrn auch unrecht und entsprechende Maßnahmen um diese Situation etwas zu „verbesser“ waren für die letzten sechs Monate der Legislaturperiode angedacht und nun können diese aufgrund eines Regierungsprolaps (zu dem Thema später mehr) leider nicht mehr aktiv angegangen werden.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob unser Gesundheitssystem noch andere Leistungen vollbringen kann, außer regelmäßig teurer zu werden, denn die Performance ist im Vergleich zu den Kosten eher als Überschaubar einzustufen mit stark abknickender Tendenz nach unten (bei der Performance natürlich, nicht bei den Kosten). Gerne wird in diesem Zusammenhang auf die Vorteile, welche wir gegenüber anderen Ländern haben, hin gewiesen, ganz vorne dabei natürlich die FREIE ARZTWAHL, ein Spezialkonstrukt Made in Germany. Die Realität unterscheidet sich hier leider frappierendst vom Wunschdenken. Jeder gesetzlich Versicherte weiß davon ganze Opern zu singen. Wer einen neuen Hausarzt sucht stellt schnell fest, dass dies sich langwieriger gestalten kann, als in der Deutschen Demokratischen Republik einen Trabi bestellt oder einen Telefonanschluss beantragt zu haben. Prinzipiell sind nämlich alle Hausärzte erst mal VOLL Also mit Patienten! Was den Intoxikationslevel diverser Allgemeinmediziner angeht, will ich mir kein Urteil erlauben. Und wenn man nicht geraden mit dem Kopf unterm Arm die Praxis-Räumlichkeiten betritt und hochoffiziell auf Äskulap schwört, dass man nicht mehr in der Lage ist auch nur einen Schritt weiter zu gehen, dann bleibt einem die Aufnahme in die heiligen Hallen des Patientenstammes verwehrt. Das hat mit irgend einer Wahl nichts mehr zu tun.

Über die Situation von Fachärzten muss man sowieso kein Wort mehr verlieren, denn die Wahl hier beschränkt sich auf „kann einen Termin haben, kurz bevor das nächste Erdzeitalter anbricht“ und „schaffe ich vor meiner Beerdigung nicht mehr“.

Man nimmt als Siechender alles was man kriegt, wählen kann wer Kohle auf den Tisch legt. Zusätzlich zu den Monetas, die man eh schon ins System gepumpt hat versteht sich.

Dann wäre da noch diese Sache mit der EPA, also der elektronischen Patientenakte, welche aber im Gegensatz zu dem nicht verwandten EPO überhaupt nicht leistungssteigernd wirkt, dafür aber am Ende etwa genau so illegal sein dürfte. Schon dieses „Machwerk“ hätte einen eigenen Jahres-End-Rant verdient, allein ich hebe es mir für das nächste Jahr auf, wenn dann das Kinde mit dem Bade dem Brunnen den Boden ausgeschlagen hat. Um es auf einen kurzen prägnanten Satz zu bringen: Dilettantismus oberhalb jedweden Verständnishorizonts! Technisch, organisatorisch und rechtlich! Der zur Seite geneigte Leser möge sich bei den einschlägig bekannten Quellen (Netzpolitik, CCC und Co.) informieren und bitterlich weinen.

Ansonsten hätten wir da noch diverse weitere Baustellen wie Krankenhausreform, Corona-Aufarbeitung, Pflegenotstand (ja, immer noch, nachdem man ja 2020 mal die Dings…äh….wie hieß das noch…äh ja, die Eier in die Hand nehmen wollte, oder so). Summa cum sum laude: Das System ist in einem nicht nur nicht guten Zustand sondern es bröselt und bröckelt so vor sich hin und nähert sich eher dem Zustand des Kollaps als dem der Generalsanierung.

Apropos Kollaps und Bröseln. Welch passende Überleitung zum nächsten Thema. Brücken! Wobei Brücken dem Umfang der Problematik nicht ganz gerecht wird auch wenn ein sehr umfänglicher Teil eben dieser Bauwerke entweder im sehr schlechten oder schon zusammengestürzten Zustand vorzufinden sind. Jedoch befürchte ich, dass wir das Thema etwas extensiver angehen und unter dem Überbegriff „Infrastruktur“ aufarbeiten müssen.

Es scheint ja durchaus ein gut gehütetes Geheimnis zu sein, dass man Straßen, Brücken, Schienen, Gebäude, usw. nicht nur irgendwann einmal bauen sondern auch regelmäßig sanieren, renovieren und im besten Falle modernisieren muss. Zumindest hat man diese Tatsache bisher vorzüglich vor den entsprechend verantwortlichen Dezernenten, Ministern und Entscheidungsträgern verborgen.

Die Tätigkeit des Sanierens, Renovierens und Modernisierens scheint aber generell nicht unbekannt zu sein, denn es verhält sich so, dass Eigentümer dies regelmäßig von Mietern verlangen, Mieter entsprechend von den Eigentümern und sogar Kommunen erwarten dies von Gewerbetreibenden und Privathaushalten. Private Infrastukturbetreiber scheinen diesbezüglich auch zu den Eingeweihten zu gehören und recht vernünftige Ergebnisse zu erzielen, wie man zum Beispiel bei diversen Flughäfen, Badeeinrichtungen und Artverwandtem in Augenschein nehmen kann. Selbst im Bildungssystem sind eklatante Unterschiede zwischen der Infrastruktur privater Träger und staatlicher Anstalten zu erkennen. Insassen der ersteren sitzen meistens noch in echten Gebäuden aus Beton und relativ hoher Sicherheit während man bei Insassen der Zweiteren einen zunehmenden Tendenz feststellt, diese in Wellblechkästen zu pferchen (dazu später aber mehr) oder von Gebäudeteilen erschlagen zu lassen.

Um es zusammenzufassen: Richtig glatt läuft es mit der Infrastruktur nicht und dies nicht nur wegen der zunehmenden Anzahl an Schlaglöchern. Die schiere Anzahl maroder Brücken, bröckelnder Straßen, baufälligen oder abriss-pflichtigen Gebäuden, grenzwertig gewarteten Schienentrassen und vielem mehr lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu, dass man hier komplett die Kontrolle verloren hat. Oder einfach, dass die in den letzten 20 Jahren damit betrauten Personen dem puren Dilettantismus frönen und somit niemals die Kontrolle hatte. Auf Basis persönlicher Erfahrungen präferiere ich die letzte Annahme.

An Stellen, wo man von bröselnder und bröckelnder Infrastruktur schwadroniert, ist meist ein Abriss (haha, welch gewagter Wortwitz) über unsere Bildungseinrichtungen (auch Schulen genannt) meist nicht fern. So auch in diesem Pamphlet. Bemerkenswert hierbei ist die Vehemenz, mit der Mitbürger darauf bestehen, dass unser Schulsystem ja zu den besseren gehört. Dies führt in den meisten Fällen zu meiner-seitigen Verwunderung, der Erkenntnis, dass besagter Mitbürger vermutlich keine Kinder hat oder sich politisch verdingt (und somit der Begriff der Realität eh schon interpretatorisch fragwürdig ist) und zu der Frage: „…zu den besseren im Vergleich zu welchen?“

Ferner bleibt die Frage, welches Bildungssystem der besagte Bürger zu seiner Zeit in Anspruch genommen hat, denn aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten, dass Qualität schon vor über 30 Jahren aus den Erziehungsanstalten des Landes hinweg budgetiert wurde, wir auch damals schon extra Kohle für Kopien blechen mussten, die Stoffe für den Chemieunterricht meistens den Aggregatzustand „leer“ hatten und die Physiksammlung auf den Stand der späten 70er und frühen 80er Jahre hängengeblieben war. Auch die Auslagerung in „temporäre Pavillons“ war schon damals ein Dauerbrenner, der erst für beendet erklärt wurde, als die unter dem Pressspahnbunker wuchernde Grünfläche durch den Boden hindurch wurzelte. Aber – und dass kann ich mit etwas stolz verkünden – wurden bei uns die Schulgebäude geschlossen und evakuiert BEVOR den Schülern die Decke auf die Köpfe fiel. Da waren wir dem heutigen Zustand weit vorraus.

Der geneigte Leser wird sich denken: Ja ja, Oppa erzählt mal wieder vom Kriech!“. Eben diesem sei versichert, dass das Vorhanden sein eigenen Nachwuchses dazu führt, der allgemeinen Evolution dessen was wir so euphemistisch „Bildungssystem“ nennen aus nächster Nähe beizuwohnen, darunter zu leiden und als Elternbeirat Vollopfer dieses sogar mitzugestalten.

Um es in einfache Worte zu fassen: Lehrmittelfreiheit? Am Ar****! Eine nicht unbeträchtliche Menge an Material muss inzwischen von der Parentalfraktion querfinanziert werden. Die Physiksammlung: Immer noch aus den 70ern! Nur liegen diese jetzt nicht mehr 20 Jahre zurück sonder 50. Lehrkräftemangel: Genau wie Anno Dünnemals (nur auf höherem Niveau) somit auch eine angemessene Menge an Unterrichtsausfall. Und über das Thema Gebäude und Räumlichkeiten brauchen wir hier gar nicht erst zu reden. Wer Genaueres wissen will, beschäftigt sich mit der Frankfurter Bildungspolitik, wirf einen Blick auf den „Held am Montag“ (https://www.youtube.com/watch?v=eozk93mum6o) oder abstrahiert einfach die Erkenntnisse aus dem vorhergehenden Abschnitt zum Thema Infrastruktur.

Der Autor könnte sich an dieser Stelle auch noch über die Ergebnisse der Pisa-Studie echauffieren, nur würde das bedeuten, Kamele nach Athen zu tragen bis die Eule bricht und somit schließt er an dieser Stelle das Thema Bildung und erfreut sich der Tatsache, dass es vielleicht noch Lesender:innen gibt, welche wissen, was das Wort Echauffieren überhaupt bedeutet und wie man es schreibt…vielleicht!

Und nun? Eben solche Ergüsse könnte ich zu den Themenkomplexen Fachkräftemangel, Ukraine-Politik, Wärmepumpen-Gesetzte, Olli Scholz’ Aktentasche, E-Auto-Nichtabsatzmarkt, VW-Katastrophen, Deutschland-Ticket, Verkehrsminister Wissing und seinen eklatanten Mangel an Tempo 130 Schildern und natürlich über die Grand Dame des plakativen Aktionismus Nancy Faeser führen (wobei hier ein einzelner Rant wohl nicht mal ansatzweise Ausreichen würde). Wenn aber schon gestandene Kabarettisten und Satiriker ratlos und kopfschüttelnd vor diesem Scherbenhaufen aus geballter Dilettanz kapitulieren, was soll ein kleines vor sich hin wütendes Licht wie ich noch dazu beitragen.

Bis zu dieser Stelle gelangt, fragt man sich als Verfassender:innereien, ob der Rezipient noch folgen kann und möchte. Letztendlich hätte dieses absurde Jahr so viel mehr zu bieten, welches die Dysfunktionalität dieses Landes auf höchster Ebene demonstrieren würde und könnte. Da wir aber aus wissenschaftlichen Quellen wissen, dass die Fähigkeit zur konzentrierten Aufnahme von Inhalten zunehmend abnimmt (jaja, ich habe gerade 10 Minuten versucht herauszufinden, wie dieses grammatikalische Konstrukt genannt wird), außer vielleicht bei Alkohol, möchte ich mich an dieser Stelle der Königsklasse der Dysfunktionalität zuwenden: Der aktuellen Nicht-Mehr-Regierung.

Liest man durch die Kommentar-Sektionen diverser Onlinemedien (ein Vorgang, von dem der Autor dieser Zeilen im Sinne der eigenen geistigen Gesundheit dringend abraten muss), dann stellt man fest, dass ein gängiges Argument für den dauerhaften aktuellen Zustand des Landes in etwa wie folgt lautet: „Daran ist nicht die aktuelle Regierung schuld, sondern die Regierung der letzten 5/10/15/20 Jahre. Die können das alles gar nicht wegräumen“. Da bleibt einem nur zu sagen: Netter Versuch, aber am Ar*** die Waldfee. So billig kommt man aus dieser Nummer nicht raus.

Schauen wir doch mal genau hin. Alle Parteien der aktuellen Regierung waren irgendwann an den Regierungen der letzen 5/10/15/20 Jahre beteiligt und einige der großen Köpfe, welche sich jetzt an nichts mehr erinnern können sogar in weitreichenden und tragenden Funktionen.Nicht wenige Entscheidungen der letzten 20 Jahre sind auf den Misthaufen derer gewachsen, die sie jetzt nicht wegräumen wollen und können, egal ob als Ex-Finanzminister und Vizebundeskanzler, Schräubchedreher im Gesundheitsministerium, etc. pp.

Weiterhin wurde die aktuelle Regierung gewählt um unter anderem die Fehler, welche man der Regierung der letzten Jahre und Jahrzehnte anlastet anzugehen, zu begradigen und zu beseitigen. Das Argument, dass die aktuelle Besetzung der Regierungsbank nicht an diesen Verfehlungen schuld sei und nicht dafür die Verantwortung trage, läuft also ins Leere, denn es wäre unter anderem, neben vielen anderen anstehenden Aufgaben, auch ihr Auftrag gewesen, all das gerade zu rücken, was in der Vergangenheit – nach Ansicht der Wähler – verbockt wurde oder zumindest mal genau damit zu beginnen. Wir brauchen uns nicht darüber zu streiten, denn die Situation in der wir uns hier in diesem Land befinden, ist nicht erst in den letzten 36 Monaten entstanden. Allerdings muss sich die nicht mehr ganz so aktuelle Regierung den Vorwurf gefallen lassen, dass sie wie ein Zahnarzt agiert hat, der die Zähne seines Patienten gebleicht und mit Veneers versehen hat, während er übersehen hat, dass die komplette Substanz darunter schwer kariös ist und der schöne Schein in kurzer Zeit einfach in sich zusammenstürzen wird. Man hat sich auf Ideologie- und „Herzens“-Projekte fokusiert, 36 Monate rum gestümpert, ist vor- und zurück gerudert, ist im Kreis rennend seinem eigenen Schwanz hinterhergejagt und am Ende hat man sich nicht wirklich von der Stelle bewegt. Und das Management hat auf les affaire gemacht und an den entscheidenden Stellen durch Abwesenheit geglänzt nur um das Scheitern im Nachgang selbstgefällig zu kommentieren.

Das, was wir da die letzten Jahre bewundern durften, hätte in keinem Unternehmen egal welcher Größe, länger als ein paar Monate angedauert, bevor dieses entweder wirtschaftlich das Zeitliche gesegnet oder der Aufsichtsrat diesem ein krachendes Ende bereitet hätte. Beides hat hier nicht statt gefunden, weil ersteres nicht möglich ist und zweiteres sehr lange verzögert wurde. Man würde in der Wirtschaft und im Finanzwesen wohl von Insolvenzverschleppung sprechen. In dieser Zeit sind uns mehrere Landtagswahlen um die Ohren geflogen mit dem Ergebnis, dass man irgendwelche absurden Koalitionen zusammen schustert, die weder konsens- noch regierungsfähig sind, nur um die ewig über dem Parlament kreisende Bedrohung AfD in Schach halten zu können. Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun, denn wenn ein System so sehr um sich kreist, dass es dysfunktionale Organe hervor bringt, die nicht in der Lage sind zu managen, dann sind wir bereits ganz, ganz, ganz weit unten und der Aufschlag ist nicht mehr nur noch eine Frage der Zeit sondern vor allem der Härte.

Was ist jetzt die Erkenntnis dieses Jahres-End-Rant? Ist wirklich alles so schlimm in diesem Lande und ist es nicht Gejammer auf hohem Niveau?

Nö, ist es nicht. Wer mich länger kennt weiß, dass ich dieses, unseres Land, unsere Gesellschaft, unser System, sehr lange gegen jede Form von Kritik verteidigt habe, einfach nur, weil ich sehr lange der Überzeugung war, dass wir in einem der besten aller schlechten Systeme leben. Natürlich gab es Luft nach oben und diese war und ist auch nötig und notwendig. In irgend eine Richtung muss man sich ja orientieren können und diese Bestreben solle sich immer „nach oben“ richten.

Aber genau das passiert nicht mehr! Wir verwalten nicht mal mehr den Status Quo, unser einziges Argument ist, dass es „wo anders“ ja noch schlechter ist. Im Endeffekt wird also nur noch der Fall gebremst und wir benehmen uns, als ob wir noch mitten im Wirtschaftswunder, mitten in den goldenen Jahren stecken würden. Unser Selbstverständnis, dass unserer Gesellschaft und unserer Politik basiert auf einem nicht mehr akkuraten Bild der 70er, 80er und vielleicht noch der guten frühen 90er Jahre.

Ich habe Krankenhäuser gesehen, in denen die Stationen in einem Zustand waren, dass man in Zweite-Welt-Staaten vermutlich die Betriebserlaubnis entzogen hätte. Ich stelle mir jetzt schon die Frage, ob mein Junior in ein paar Jahren auf eine Privat-Schule geschickt wird, weil ich im aktuellen Bildungssystem inhaltlich und infrastrukturell keine Zukunft mehr sehe. Das Wissen, dass alleine in Hessen 50(!) Autobahnbrücken nicht nur sanierungsbedürftig sonder als kritisch klassifiziert werden lässt mich nicht nur am Zustand unserer Verkehrsinfrastruktur zweifeln. All dass vor einer politischen (Un)kultur, in der plakativ an den „großen Problemen der Zukunft“ herungestümpert wird, während der eigentlich Unterbau unsere Gesellschaft und unseres Landes verfällt.

Und das alles vor einer politischen Kulisse, die sich nicht wirklich Innovation und allgemeine Verbesserung für Jedermann auf ihre kommunikative Flagge geschrieben hat, sonder an jeden Einzelnen mit der Forderung nach mehr Verzicht, mehr Leistungswille, mehr „Gürtel enger Schnallen“ herantritt. Klimawandel, Kriege und sonstige Krisen hin oder her, diese Ansätze und Forderungen sind keine visionären Konzepte für eine positive und gemeinsame Gestaltung unserer Zukunft. Das sind quasi-religiöse Schuld- und Sühne Konzepte aus grauer Vorzeit.

Die Tatsache, dass wir in einem Land leben, in dem eine rechtsextreme Partei bei ca. 20% rum dümpelt ist demokratisch legitim aber moralisch Fragwürdig. Die Tatsache, dass diese Partei dafür NICHTS tun musste ist eine Bankrotterklärung aller Parteien, die in dieser Zeit Regierungsarbeit „geleistet“ haben. Sicher, man mag argumentieren, dass dies ein europäischer Trend wäre, aber man möge auch nach Dänemark schauen, wo sozialdemokratische Parteien die aufkeimenden Rechtsextremen in die Bedeutungslosigkeit zurück gedrängt und versenkt habe. Nur dazu bedarf es mehr als ständigen plakativem Aktivismus und ideologisch getriebener bei der Bevölkerung durchfallender Lösungsansätze.

Aber so ist das wohl, wenn eine Gruppe von sich selbst zu sehr eingenommener Egomanen ohne großartigen Bezug zur Realität und nennenswerte Fähigkeiten versucht ein schweres Passagierschiff durch stürmische Gewässer zu navigieren. Dann muss man den Gästen das Chaos nur besser erklären. Und selbst wenn man die Erkenntnis gewonnen hat, sich hoffnungslos verfahren zu haben, so würde doch niemand auf die Idee kommen, dies zuzugeben oder nach dem Weg zu fragen.

Geschichtlich betrachtet ist das alles nicht weiter tragisch: Reiche entstehen und Imperien fallen, ein ewiger Kreislauf. Ein guter Indikator für den präterminalen Zustand einer Gesellschaftsordnung, eines Reiches, ist ein zunehmendes Maß an Dekadenz und wenn ich mich so umschaue und darüber nachdenke, dann sind die Zeichen eindeutig. Dann…und zwar genau dann, wird es Zeit über eine Exit-Strategie nachzudenken. Die Frage ist nun nicht mal mehr ob, sondern wann.

Von daher gibt es diesmal keine „Lasst es uns besser machen“-Weisheit am Ende des Rants 2024.

Ich habe heute leider kein Foto für Euch!

Wir sehen uns in 2025. Das „Wo“ wird noch zu klären sein.

Bis denne und auf eine neue Runde

Survival Is Insufficient – des Jahres-End-Rant dritter Teil

Es ist Zeit! Zeit für das Finale meines diesjährigen Rants, aber vor allem Zeit mal darüber zu reflektieren, wo wir in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren hin schlittern werden. „Survival Is Insufficient“ – welch Zitat einer ehemaligen Borg-Drohne könnte passender sein. Auch wenn „Überleben“ offenbar momentan der einzig gültige und scheinbar in der breiten Masse akzeptierte Narrativ zu sein scheint, wäre es für den einen oder anderen doch gar nicht mal schlecht, den Kopf zu heben und ein wenig weiter als auf die zwei Meter Straße vor ihm zu Blicken.

„Das Jahr, in dem wir auf Zahlen starrten.“ Auch so ließe sich 2020 zusammenfassen. Selten habe ich eine Bevölkerung außerhalb von Sport- und Wahlgeschehen so fixiert auf Statistiken erlebt. Und ähnlich wurde es auch gehandhabt. Indizes, R-Werte, Hitlisten von Infektionsstandorten, Neuinfektionen pro Tag, Woche, Minute. Diskussionen darüber, wer das bessere Ergebnis, die besseren Zahlen liefern kann. Jeden Morgen der Bericht im Radio bei dem verkündet wurde: 14.312 mehr Infizierte, 545 mehr Tote. Schweden macht es besser, nein schlechter, Österreich hat verloren, die Italiener haben eine harte Klatsche bekommen, wir sind Weltmeister. Alles bis ins kleinste statistische Detail und auf die 10 Nachkommastelle genau berechnet. Der Mehrwert für die breite Masse? Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, aber zumindest hat es den Fakt offengelegt, dass wir eklatanten Nachholbedarf in der Bildung beim Umgang mit Statistik haben.

Die Zahlen selbst sollen aber auch gar nicht das Thema sein (Ihr erinnert Euch? Im ersten Teil sagte ich, dass wir uns frühsten in einigen Jahren darüber unterhalten können). Vielmehr hat mich verstöre, wie sehr doch ein Gros der Bevölkerung vor diesen Zahlen saß und darauf starrte und immer noch starrt, wie das Kaninchen auf die Schlange. Diesen Zahlen kann man bis heute – und vermutlich auch noch weit in die nächsten Jahre hinein – einen gewisse göttliche Macht nicht absprechen. Sie entschieden über Mehl-, Nudel- und Klopapierkonsum, haben zu mehr Auseinandersetzungen geführt als Lokalderbies zwischen Dortmund und Schalke oder Frankfurt und Offenbach und haben sogar die Fähigkeit langjährige Freundschaften und Beziehungen zu zerstören. Warum? Weil jeder glaubt, aus diesen Zahlen die ultimativ göttliche Wahrheit herauslesen zu können. Und wenn nicht, dann hat man exponentielle Wachstum „nicht verstanden…“ (siehe Teil II des Rants).

Letztendlich ist es halt, wie mit dem Fahrrad im Straßenverkehr: Man starrt auf die zwei Meter Asphalt genau vor sich und knallt dann in die Stoßstange des LKWs, dessen plötzliches Bremsen man übersehen habt. Aktuell ist jeder mit „Überleben“ und „Leben retten“ beschäftigt. Ist ja auch recht einfach, dieses „Leben retten“. Erreicht man ja durch absolute Passivität. Aber um Lisa Eckhart mal zu zitieren: „Ihr rettet keine Leben. Ich bringt nur niemanden um und das ist doch das Mindeste, was man erwarten darf.“

Die Frage, die sich bei dem Blick auf die metaphorische Schlange aber wohl die Wenigsten stellen (denn das ist aktuell verpönt, da man ja gefälligst mit „Überleben“ beschäftigt zu sein hat). Wie geht es in 10 Metern weiter, in einem Kilometer, in 100 Kilometern? Genau so wenig, wie die eine Seite akzeptiert, dass es eine medizinische Ausnahmesituation ist, weigert sich die andere Seite zu akzeptieren, dass wir gerade an einem radikalen Scheideweg für unser Miteinander stehen und wir unsere Gesellschaft wie wir sie vorher hatten, so nicht mehr zurück bekommen werden. Und nein, sie wird auch nicht besser werden.

Schaut Euch mal um und seit mal ehrlich zu Euch selbst: Wie viele Freundschaften und langjährige Beziehungen in Eurem Umfeld hat dieses Jahr nachhaltig negativ beeinflusst? Wie viele Menschen, die Euch nahe stehen oder nahe gestanden haben, habt ihr inzwischen mental insgeheim als Idioten, Leugner, Extremisten abgestempelt? Wie viele „Freunde“ habt Ihr aus Kontaktlisten und Social-Media Accounts entfernt oder geblockt? Und vor Allem: Traut Ihr Euch noch, mit Bekannten und Freunden offen über die Themen wie unsere Pandemie-Politik, Maßnahmen, etc. zu reden? Oder überlegt ihr Euch sehr genau, was Ihr von Euch gebt, weil Ihr nicht genau wisst, wie der andere tickt und was dessen Meinung ist?

Lasst mich an dieser Stelle absolut ehrlich mit Euch sein: Ich habe dieses Jahr sehr oft erlebt, wie Menschen, teilweise sogar sich sehr nahe stehende, mit diversen Meinungen zu der Situation und den Maßnahmen bei Gesprächen sehr sehr vorsichtig umeinander herum laviert sind. Man wusste ja nie, wie die andere Seite denkt, ob man mit seiner Meinung vielleicht in der Minderheit ist und ob auch nur das leiseste Anklingen einer nicht konformen Meinung zu zwischenmenschlichen Totalkatastrophen führen würde.

Da bleibt mir nur zu sagen: Zu spät! Wir haben es bereits geschafft, eine zwischenmenschliche und soziale Totalkatastrophe herbeizuführen. Wir haben es, auch mit Hilfe der Medien, geschafft, selbst in engsten Freundeskreisen misstrauisch und ängstlich zu agieren. Wir trauen uns nicht mehr, uns offen auszutauschen, weil wir ganz schnell jemanden mit unliebsamer (oder seit diesem Jahr auch gerne „gefährlicher“) Meinung in eine der bereit gestellten Schubladen sortieren: Covidioten, Lockdown-Fetischisten, Querdenker, Nazis, Corona-Leugner, etc.

Es wird sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht, zu unterscheiden, ob nur hinterfragt wird, ob eventuell vielleicht nur sogar ein Aspekt von der eigenen Meinung abweicht. Nein, es wurde ein globaler Beißreflex herangezüchtet, etwas, was es in dieser radikalen Form in den letzten Jahrzehnten in diesem Ausmaß nicht gab.

Wir sollten – gerade in unserem Land – eigentlich hellhörig werden, wenn wir selber merken, dass wir bei Gesprächen und Diskussionen mit Freunden, Bekannten, Nachbarn immer vorsichtiger und zurückhaltender bezüglich der eigenen Meinung werden. Könnte der andere denken, dass man die falsche Gesinnung hat? Wem könnte er das erzählen? Und schon sind wir an der Stelle, wo wir eine öffentliche Fassade produzieren, die unsere „Mit“menschen von uns zu sehen bekommen (ja, auch die uns näher stehenden) und wir mit unseren Meinungen und Zweifeln alleine umgehen müssen.

„Survival is Insufficient“ – mit dieser Prämisse bin ich heute gestartet. Und genau hierauf komme ich jetzt zurück. Irgendwann wird die aktuell pandemische Situation vorüber sein (zumindest vorübergehend), dann haben wir sie medizinisch im Griff. Dann mögen die finanziellen Aufräumarbeiten beginnen. Und dann? Die gesellschaftlichen Schäden, die wir hinterlassen haben, werden sich nicht einfach in Nichts auflösen. Die ehemaligen Freunde, die sich gegenseitig als Idioten und asoziale Arschlöcher bezeichnet haben, werden sich nicht einfach wieder in die Arme fallen, denn das, was hier gesät wurde, ist ein grundlegend tiefes Misstrauen. Jemanden, den Ihr für Euch als geistig als Flachpfeife abgestempelt habt, wird es hinterher nicht weniger sein. Die Distanz wird bleiben. Was gedacht wurde, kann nicht ungedacht gemacht werden.

Wir haben es geschafft, entlang vieler Kanten in unserer Gesellschaft Sollbruchstellen entstehen zu lassen. Es ist genau das Gegenteil von dem passiert, was uns unsere Populismuströten gerade verkaufen wollen: Wir sind weder enger zusammen gerückt noch sind wir solidarischer geworden. Im Gegenteil. Wir sind vorsichtig geworden, viele haben eine Fassade aufgebaut, nicht nur die, die der allgemeinen Meinung entgegen, sondern auch die, die der allgemeinen Meinung hinterherlaufen und sich durch besonderen Enthusiasmus beim öffentlichen Ausleben all der Maßnahmen auszeichnen, wenn man dann aber unter sich ist, gerne auch Fünf mal gerade sein lassen.

Die Frage, die sich mir stellt: Will ich in einer solchen Gesellschaft leben, bzw. kann ich es? Es mag extrem klingen, aber überleben ist für mich eben nicht das einzig Entscheidende. Man kann sich an viele Gegebenheiten anpassen, aber es war nie meine Sache, mich nach unten zu orientieren. Jemand, der in einem anderen gesellschaftlichen System aufgewachsen ist, mag damit klar kommen. Aber auch das ist vielfach nicht der Fall, ansonsten hätten wir nicht einen stetigen Strom an Flüchtlingen, die nicht nur Überleben, sondern BESSER leben wollen. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Ich könnte in einem totalitären System nicht existieren.

Leben ist mehr als die pure Existenz. Viele merken dass hier noch nicht, weil Morgens immer noch ausreichend Nutella und fünf Sorten Wurst auf dem Tisch steht, man sein Hirn immer noch per Videostreaming und Online-Gaming ins Standby schalten kann und man sich selbst immer noch in die Tasche lügt, dass wir das alles ganz toll machen.

Nein, machen wir nicht! Der LKW hat bereits gebremst, wir starren auf die zwei Meter dunklen Asphalt vor uns und rasen auf die Stoßstange zu. Diejenigen, die aktuell einen Blick weiter nach vorne werfen, halten den Mund, weil es gesellschaftlich momentan nicht akzeptiert ist, auf den bevorstehenden Einschlag hinzuweisen. Immerhin sind wir gerade damit beschäftigt, Leben zu retten.

Vermutlich wird sich ein nicht kleiner Teil danach irgendwie mit dem, was wir dann als unsere Gesellschaft bezeichnen vorübergehend arrangieren können. Schön für Euch. Für mich ist es die erwähnte Zahnpasta, die wir da raus gedrückt haben. Wir werden immer mehr von Shitstorms, Twitter-Mobs und öffentlicher Empörung gesteuert und gerade wird das nächste Stockwerk im Konstrukt dieser Mechanismen aufgelegt. Ich will das nicht!

„Survival is Insufficient“ – ein Zitat aus einer Star Trek Voyager-Episode, in der Seven-Of-Nine darüber entscheiden musste, das Leben dreier ehemaliger Borg-Drohnen zu retten, in dem sie sie dazu verdammte, einfach nur im Kollektiv zu existieren, oder ihnen Individualität zuzugestehen, auch wenn dies deren Ableben nach wenigen Monaten zur folge hatte.

Ich habe, genau wie jeder andere auch, keine Ahnung, was das nächste Jahr bringen wird. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir den aktuellen Zustand aufrecht erhalten können oder wann die Menschen an ihre mentalen, körperlichen und wirtschaftlichen Grenzen kommen werden. Ich weiß aber, was dieses Jahr mit vielen von uns gemacht hat, bei einigen bewusst, bei anderen unbewusst.

Was ich mir für 2021 wünsche? Mehr Reflektion, mehr Voraussicht und vor allem, dass viele sehen mögen, dass die Gesellschaft in der wir leben, keine Naturkonstante ist, sondern historisch gewachsen, dass der Grund, warum wir trotz dieser ausgedehnten Pandemie nicht in einem wirtschaftlichen und medizinischem Totaldesaster enden, ein Gemeinschaft ist, die vielleicht doch so viel nicht falsch gemacht hat. Wir sollten vor lauter „Leben retten“ nicht vergessen, dass das auch in Zukunft nur funktioniert, wenn wir leben und nicht nur existieren. Ich möchte nicht in einer Welt voller sozialer Krüppel leben, in der es nur noch darum geht, sich immer wieder nur für Schwarz oder Weiß entscheiden zu müssen und alle anderen Schattierungen zu verdammen, in der ein normatives Sozialpunktesystem durch die Konditionierung der Breiten Masse etabliert und die bloße Existenz zum Dogma erklären wird. Ihr vielleicht?

So, das war‘s. Over & Out 2020. Schauen wir, was uns 2021 so über unsere Mauern wirft. Vielleicht sehen wir uns, in Eurer, meiner oder unserer Welt. It‘s up to you…